TANGLE-GLÜCK

 

 

      Ich tangle mich glücklich!


Die Zentangle-Methode ist für mich eine tolle, umsetzbare Möglichkeit, im Trubel des Alltags Ruhe zu finden.

 

Es ist der tägliche Rollenkompromiss (als Sprachtherapeutin, Mutter, Ehefrau, Hausfrau, Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Freundin etc.)

und die daran gekoppelten Erwartungen, welche den persönlichen Spiel- und Handlungsfreiraum einschränken. Die Zeit für sich bleibt oft auf der Strecke.

Das Tanglen hilft mir, die Balance zu finden und mir selbst auch gerecht zu werden.


Ich habe keinen Erfolgsdruck und Anspruch, jetzt Kunst zu schaffen.

 

Jeder, der einen Stift halten kann, ist zum Tanglen bestimmt und qualifiziert!

Das ist eine Kernaussage der Zentangle-Philosophie.

Es ist ein tolles Gefühl, wie geschaffen für das Tanglen zu sein, ohne dass du je ein Künstler warst, es bist oder sein musst!

 

Die Zentangle-Philosophie besagt auch, dass es hauptsächlich um die Handlung an sich geht. Die Ausführung, Strich für Strich, macht dich bereits glücklich. Das Resultat ist nebensächlich. Und trotzdem hast du letztendlich etwas Schönes geschaffen und hältst ein kleines Kunstwerk in den Händen. Ein Gefühl der Magie.

Und : Vermalst du dich, kann plötzlich ein neues Muster entstehen. Das ist für mich eine wunderbare Übung, am eigenen Perfektionismus zu arbeiten.



Durch das Tanglen als Konzentrationsübung kann sich mein Geist fokussieren, beruhigen und sammeln. Diese Art der Mediation schenkt mir einen bewussten Zustand der inneren Leere und Stille.

Ich bin im Hier und Jetzt - frei von Gedanken.

 

Karl Jaspers Begriff der Subjekt-Objekt-Spaltung wird dabei überwunden:

Ich bin bei mir.


Beim Tanglen komme ich in einen Schaffens- und Tätigkeitsrausch, den der Glücksforscher und Schöpfer der Flow-Theorie, Mihály Csíkszentmihályi, mit Flow bezeichnet. Es ist ein beglückend erlebtes Gefühl des mentalen Zustandes völliger Vertiefung und Konzentration. Das restlose Aufgehen in einer Tätigkeit, die wie von selbst von statten geht (sei es stricken, musizieren, backen oder eben tanglen). Du bist in scheinbarer Mühelosigkeit: Im Einklang von Fähigkeit und Anforderung, jenseits von Langeweile und Überforderung.

Es ist so, wie ich es bei meinem spielenden Sohn beobachte. Der Spieltheoretiker Hans Scheuerl spricht dabei von einem Entrücktsein vom aktuellen Tagesgeschehen, in dem man immer wieder oder für immer verharren möchte. Ein kontemplativer Zustand: versunken, beschaulich und besinnlich.


Das Tanglen eröffnet mir die Gelegenheit, einen Teil von mir zu leben, für den im Alltag kein Platz ist: meine Kreativität.

Es schafft mir die Möglichkeit, kreativ zu sein, ohne gleich den Job zu wechseln.

Der Psychologe Lex Mulder spricht davon, dass schon kleine Veränderungen und Kurskorrekturen im Alltag viel positive Energie bringen. Das kann ich für mich dankend bestätigen.


Ebenso zeigen Untersuchungen von Daniel Gilbert (Professor für Psychologe an der Harvard University), dass man schon mit einer kleinen Umgestaltung des Alltags das Leben führen kann, das man sich wünscht. Wenn man weiß, wo die eigenen Bedürfnisse und Leidenschaften liegen, dann hat man zumindest ein Rezept für mehr Glück und weniger Stress.

Mein Wunsch und Bedürfnis nach innerer Ruhe und Entspannung wird durch das Tanglen erfüllt: Ich habe ein zufriedenes Gefühl der Balance, der Genugtuung und des Wohlbehagens.


Ich hegte schon immer eine Vorliebe für ornamentale Kunst, hübsche Muster, schönes Papier und tolle Stifte.

Ich fühle mich durch das Tangeln angesprochen, ausgeglichener und inspiriert. Ich sehe überall nur noch Muster, die ich zeichnen möchte. Ich kann mich entfalten und selbstverwirklichen: Mein kreatives Vermögen und meinen Einfallsreichtum ausleben.

 

Wie du siehst, bin ich hellauf begeistert und fühle mich bereichert. Ich hoffe, dass ich dir meine Freude, Leidenschaft und Verzückung anschaulich näherbringen konnte.